Judoverband Rheinland >> Aktuell >> Nachrichtd}

Bericht zur Mitgliederversammlung
Pressespiegel der Rhein-Lahn-Zeitung und Westerwälder-Zeitung vom 07.11.20

Präsident Carl Eschenauer fordert Fusion der Verbände

Mitgliederversammlung des Judoverbandes Rheinland – Erwarteter Mitgliederschwund könnte neue Strukturen in Rheinland-Pfalz erfordern

Bad Ems. Kurz vor dem zweiten „Lockdown light“ der Corona-Pandemie tagte die ordentliche Mitgliederversammlung des Judoverbandes Rheinland (JVR) im Bad Emser Gasthaus Alt Ems. Ursprünglich war diese Versammlung bereits im vergangenen Mai in Ingelheim geplant, musste aufgrund des ersten „Lockdowns“ jedoch verschoben werden. Unter verschärften Hygiene- und Abstandsregeln konnte der aus Bad Ems stammende Präsident Carl Eschenauer nun doch Vertreter einiger Mitgliedsvereine in der Kurstadt begrüßen. Dadurch, dass der Sportbetrieb im Judo – bis auf Lehrgänge und Trainingseinheiten – weiter ruht, gab es nur wenige Anträge. Die Sitzung dauerte daher nicht allzu lange. „Alle Teilnehmer zeigten sich zufrieden, dass die Sitzung als Präsenzsitzung noch stattfinden konnte und sich viele Judoka nochmal sehen konnten“, war Eschenauer froh über die Zusammenkunft.

In seinem Bericht betonte Eschenauer aktuelle Themen rund um die Corona-Pandemie und die Prävention von sexualisierter Gewalt. „Die Vereine müssen stark gemacht werden. So stark, dass sexueller Missbrauch in ihrem Einflussbereich nicht vorkommen kann.“ Vom Deutschen Judo Bund gibt es bereits ein Präventionskonzept, der JVR wird zeitnah ebenfalls eines erstellen. Maßnahmen wie nur noch lizenzierte Übungsleiter bei JVR-Maßnahmen, die Vorlage eines Führungszeugnisses bei Aus- und Fortbildung sowie die Vorlage des DJB- und LSB-Ehrenkodex und der DJB-Verhaltensregeln werden dann verpflichtend sein, teilte Eschenauer mit. „Hier geht es um die Kultur des Hinsehens im Verein und Verband. Es geht aber auch darum, nicht nur unsere Judoka zu schützen, sondern auch die Trainer, Funktionäre und die ganzen ehrenamtlichen Helfer/innen.“

Wie wird sich die Pandemie auswirken? Im organisierten Sport rechnen Experten mit einem Mitgliederschwund von bis 30 Prozent. „Judo als Sportart mit den größeren Verlusten von fast 5 Prozent jährlich wird noch deutlich mehr schrumpfen“, befürchtet der junge Präsident. „Wir werden aber nicht nur Judoka, sondern auch Trainer und Funktionäre verlieren. Im Rheinland wird sich dann schnell die Frage stellen, ob der Verband in der bisherigen Form finanziell fortzuführen ist oder ob wir die ganze Situation nicht als Chance sehen müssen, mit dem Judoverband Pfalz zu fusionieren.“

Der Anfang ist gemacht. Vor nicht allzu langer Zeit gründeten Mitglieder beider Präsidien einen gemeinsamen Leistungssportausschuss Judo in Rheinland-Pfalz. Ab 2021 wird es in Rheinland-Pfalz einen gemeinsamen Kader ab der U 18 geben. „Das ist ganz im Sinne des LSB und des Ministeriums“, unterstützt auch Eschenauer die Konzentration der Kräfte.

Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung und Westerwälder-Zeitung vom 07.11.20

erstellt: Carl Eschenauer, 07.11.2020
PDF-Dokument: WWZ vom 07.11.20
Übersicht Drucken