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Mitgliederversammlung des DJB in Bad Ems
In der Brunnenhalle des Häcker´s Grand Hotel in Bad Ems begrüßte DJB-Präsident Peter Frese die Vertreter der Landesverbände zur diesjährigen Mitgliederversammlung.
Zu Beginn der Versammlung gedachten die Anwesenden der verstorbenen Sportkameraden, stellvertretend dem früheren DJB-Präsidenten Prof. Dr. Klaus-Jürgen Schulze und dem Olympia-Dritten Arthur Schnabel.

Peter Frese ging in seinem Bericht auf die Leistungssportreform im DOSB ein. Der DJB kämpft um den Erhalt der sieben Bundesstützpunkte. Optimistisch zeigte er sich, was die finanzielle Ausstattung von Seiten des Bundes angeht. „Wir haben in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften sehr gute Einzelleistungen gesehen, hatten aber nicht die erwünschten Erfolge", blickte er auf den Jahreshöhepunkt in Baku zurück. „2020 bei den Olympischen Spielen brauchen wir Medaillenerfolge", blickte er voraus. Zufrieden zeigte er sich mit den Wettkampfergebnissen im Nachwuchsbereich.
Positiv erwähnte er die Unterstützung durch die Gold-Krämer-Stiftung, die eine wichtige Aufgabe im Bereich Inklusion einnimmt. Steigende Teilnehmerzahlen gibt es beim Jugendferiencamp „Judo & More". In den Bereichen Schulsport und Breitensport müssen viele Aktionen durchgeführt werden, um dem Mitgliederrückgang entgegenzuwirken. „Mit unseren Judo-Werten müssen wir punkten", stellte er die positiven Aspekte heraus.
Als Zielsetzung gab Frese vor, dass der Deutsche Judo-Bund ein kundenorientierter Dienstleister für die Landesverbände und Vereine sein muss. Auf einer Klausurtagung möchte er 2019 dieses Thema in den Mittelpunkt stellen.

Hubert Sturm wurde als neues Mitglied in den DJB-Ehrenrat berufen. Unter dem Punkt Anträge wurde der Einführung der Position des/r Seniorensportreferenten/in im Gesamtvorstand des DJB einstimmig zugestimmt.

Folgende weitere Anträge zum Wettkampfbetrieb ab 2019 erhielten die Zustimmung der Versammlung:

- Das Wiegen bei den Deutschen Einzelmeisterschaften U18 und U21, bei allen Bundessichtungsturnieren und bei den Ranglistenturnieren der U21 findet am Vorabend des Wettkampfes statt.
- In den Altersklassen unterhalb der Altersklasse U15 zählt der Tani-otoshi oder ähnliche Kontertechniken nach hinten als technisches Vergehen.
- Bei der Altersklasse U15 und darunter gilt: Der Griff um den Nacken, das Aufsetzen auf den Knien beim Wurf und Abtauchtechniken werden beim ersten Mal belehrt und erst beim zweiten Mal bestraft (technische Vergehen). In den Altersklassen unterhalb der Altersklasse U15 zählen der Tani-otoshi und ähnliche Kontertechniken nach hinten als technisches Vergehen. Alle anderen Vergehen werden sofort bestraft (taktische Vergehen). ... Bestrafungen können den Kampf nicht entscheiden, außer wenn ein Judoka beim dritten Shido einen Hansoku-make oder einen direkten Hansoku-make erhält.
- Alle Situationen, in denen ein Kämpfer in der Kopfbrücke landet, werden mit Ippon bewertet. Aktive Kopfverteidigung wird mit Hansoku-make bestraft und ein sofortiger Wettkampfausschluss erfolgt für die U15 und jünger.
- Bei den Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften (Deutscher Jugendpokal) U14/U16/U18 weiblich und männlich können zwei Vereine eines Landesverbandes eine Kampfgemeinschaft (beide Vereinsnamen werden aufgeführt) bilden.

Sonderregelungen Nachwuchs:
- Wenn ein Judoka für einen Mannschaftskampf aufgestellt wurde und mit seiner Mannschaft auf der Matte angrüßt, muss er auch zu seinem Einzelkampf antreten. Wenn ein Judoka beim Angrüßen seiner Mannschaft nicht anwesend ist, verwirkt er das Recht auf seinen Einzelkampf. Ein Nicht-Antreten im Einzelkampf zählt als „Abschenken" und führt dazu, dass sein Einzelkampf sowie der komplette Mannschaftskampf mit einer „zu-Null" Niederlage seiner Mannschaft endet.

Sonderregelung Sport für Ältere:
- Bei allen Wettkampfveranstaltungen der Veteranen ab der Altersklasse F6 bzw. M7 sind alle Würgetechniken verboten.
Die vorliegende Neufassung der Liga-Regelungen (wird separat veröffentlicht) wurde mit einer Änderung im Punkt „Finalrunde" angenommen. Die Finalrunden der Bundesliga werden wie bisher mit sechs Mannschaften bei den Frauen und vier Mannschaften bei den Männern durchgeführt.
- Für die Deutschen Kata-Meisterschaften U18 sind nur die ersten drei Technikgruppen der Nage no kata zu zeigen.
Die vorliegende Neufassung der Lizenzordnung für DJB-Kata-Wertungsrichter (wird separat veröffentlicht) wurde beschlossen.
Das DJB-Präsidium erhielt den Auftrag, eine Veränderung der Verbandsstrukturen ab 2021 zu erarbeiten, die neben dem ehrenamtlichen Präsidium die Einführung eines hauptamtlichen Vorstandes vorsieht.

Der Dringlichkeitsantrag des DJB-Präsidiums, mit dem Deutschen Sumo-Bund einen Kooperationsvertrag abzuschließen, fand die Zustimmung der Verbandsvertreter.

Als Seniorensportreferenten bestätigte die Mitgliederversammlung Jens Peter Bischof. Stefan Bernreuther wurde als Kata-Referent verabschiedet. Neuer Kata-Referent ist Sebastian Frey.

In einem feierlichen Rahmen wurde abendsbei der DJB-Mitgliederversammlung in Bad Ems Stephan Bode, Wolf-Dietrich Kurt und Ralf Lippmann der nächsthöhere Dan-Grad verliehen.
Bundeskampfrichterreferent Stephan Bode aus Witten erhielt den 8. Dan-Grad. DJB-Schatzmeister Wolf-Dietrich Kurt aus Hamburg wurde der 7. Dan verliehen. DJB-Lehrreferent Ralf Lippman aus Frechen konnte ebenfalls die Urkunde zum 7. Dan in Empfang nehmen. Die weiteren Dan-Graduierungen, die durch den DJB-Ehrenrat beschlossen wurden, werden in den Landesverbänden überreicht.

Peter Frese bedankte sich zum Abschluss beim ausrichtenden Judoverband Rheinland und Präsident Carl Eschenauer für die Ausrichtung der Mitgliederversammlung im Häcker´s Grand Hotel in Bad Ems.

Die nächste DJB-Mitgliederversammlung findet am 23./24. November 2019 in Potsdam statt.

Text: DJB/ Erik Gruhn

erstellt: Carl Eschenauer, 13.11.2018
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