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G-Judoka aus dem Rheinland erfolgreich bei WM in Köln
VfL-Judoka Torsten Richter ist stolz auf Silbermedaille / Krzysztof Bawaj auf Platz sieben
KÖLN - Mit einer tollen Bilanz kehrten die G-Judoka des VfL Bad Kreuznach aus Köln von der ersten offiziellen Judo-Weltmeisterschaft für geistig behinderte Sportler zurück: Torsten Richter wurde Vizeweltmeister, Krzysztof Bawaj holte Platz sieben in der zweit höchsten Leistungsklasse. Er war allerdings auch mit einem gewissen Nachteil angetreten. „Er ist immer in der Klasse bis 60 Kilogramm angetreten“, erläuterte sein Trainer Jürgen Teutsch. Bei der WM waren 110 Sportler aus 13 Nationen dabei. Torsten Richter ist einer von 19 Deutschen Medaillengewinnern der höchsten Leistungsklasse Weil Bawaj aber in letzter Zeit 61 Kilo auf die Waage brachte, musste er in der Klasse bis 66 Kilo antreten, was in dieser geringen Gewichtsklasse natürlich einiges ausmacht. Die Gegner aus Finnland, Schweden und Österreich waren alle körperlich überlegen.
Trotzdem lag der Kreuznacher im ersten Kampf mit einer Außensichel deutlich vorn. Als er seine Spezialtechnik erneut ansetzen wollte, wurde aber ausgekontert. Im zweiten Kampf hielt er die gesamte Kampfzeit durch, verlor aber aufgrund einer höheren Wertung des Gegners, im dritten Kampf unterlag er mit einem Hüftwurf. „Er hat sich aber trotzdem prima geschlagen“, war Trainer Jürgen Teutsch mit den Vorstellungen sehr zufrieden. Viel Lob gab es auch für die Auftritte von Torsten Richter, der seit Jahren ein Aushängeschild ist. In der Klasse über 100 Kilogramm dominierte er gegen Lars Wichert und bezwang ihn mit Innensichel und Haltegriff. Seinen Erzrivalen Wolfgang Trost warf er schon nach zehn Sekunden und siegte erneut mit Haltegriff. Gegen den Niederländer Etienne Wolters blieb die gesamte Kampfzeit ohne Wertung, die Kampfrichter entschieden zugunsten von Richter, der die meisten Ansätze gezeigt hatte. Der letzte Kampf gegen den Österreicher Sven Füg war in der Fünfergruppe auch zufällig das Finale um den Titel. Eigentlich waren die Kreuznacher ganz zuversichtlich, weil der Gegner zuvor per Kampfrichterentscheid gegen den Holländer verloren hatte. Der 39-jährige Richter war aber etwas ausgepowert. Er stieg in eine Außensichel ein, hatte zu wenig Körperspannung, wurde geworfen und unterlag mit Ippon. „Das mussten wir erst einmal verdauen“, gab Teutsch zu, dass man sich durchaus Chancen auf den Titel erhofft hatte. Nach der ersten kurzen Enttäuschung war aber die Freude über die WM-Silbermedaille groß.
erstellt: Jürgen Sabel, 29.10.2017
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