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Judoka lernen Selbstverteidigung
Lehrgang in Simmern lockte fünfundzwanzig Sportler auf die Matte
Judo als olympischer Wettkampfsport ist an feste Regeln und eine bestimmte Ausrüstung gebunden. Schläge und Tritte sind verboten und die Hauptwaffe des Judoka- die Wurftechniken- gelingen oft nur mit dem speziellen Judogi, der fest gewobenen und griffigen Judojacke. Eignet sich Judo also als Selbstverteidigung (SV)? Dieser Frage gingen 25 Judoka in Simmern unter Leitung des Selbstverteidigungsreferenten des Judoverbandes Rheinland, Jürgen Sabel auf den Grund. Sabel ging schon beim Aufwärmen auf das ein, was Judoka sonst nicht machen: Schläge und Tritte wurden in Form einer Kata eingeübt. Das sonst so gewohnte Fallen wurde variiert, Hindernisse machten die Räume eng und entlocken den Judoka ihr ganzes Können. „Befreit von den olympischen Wettkampfregeln eröffnet sich den Judoka ein breites Spektrum an wirksamen Techniken, die er in der Notfallsituation „Selbstverteidigung anwenden kann“, erläutert SV-Referent Sabel das Gerüst seines Lehrgangs. So übten die Judoka zahlreiche Hebel und Würger, die im olympischen Wettkampf nur im Boden erlaubt sind, auch als Übergang vom Stand in den Boden. René Stiel vom JC Nippon Simmern ergänzte durch die Anwendung von Nervendruckpunkt-Techniken. Wie wendet man die Wurftechniken an, wenn der Gegner nur mit einem T-Shirt bekleidet ist? Auch hier erarbeiteten die Judoka wirksame Techniken die aus einem Wettkampfsportler einen effektiven „Selbstverteidiger“ machen. Immer Thema war dabei die rechtliche Situation. Was ist überzogene Hilfeleistung? Abschließend stand die Schulung des taktischen Verhaltens gegen mehrere Angreifer an. Hier konnten die Lehrgangsteilnehmer alle neu erlernten Aspekte anwenden und demonstrieren. Weitere Infos: www.nippon-simmern.de
Bildunterschriften: Wie wendet man die Wurftechniken an, wenn der Gegner nur mit einem T-Shirt bekleidet ist? SV-Referent Jürgen Sabel (li) zeigte den Lehrgangsteilnehmern Lösungen auf. Auch die Verteidigung gegen mehrere Gegner stand auf dem Programm. Jürgen Sabel (li) und Damian Urban (re) demonstrieren ein typisches Angriffsverhalten mehrerer Gegner. René Stiel (Boden) muss schnell eine Lösung finden…
erstellt: Jürgen Sabel, 31.08.2017
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