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Vorfreude auf erste WM : G-JUDOKA Torsten Richter und Krzyszstof Bawjan reisen im Oktober zur Premiere nach Köln
BAD KREUZNACH - Toller Erfolg für die geistig behinderten Judoka des VfL Bad Kreuznach: Bei der internationalen Deutschen Meisterschaft in Grenzach-Wyhlen holten Torsten Richter und Krzyszstof Bawaj Gold und Silber und dazu die Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft der G-Judoka (“Gehandicapt Judo“).
Für die Vorbereitung auf die WM wird das Trainingspensum – derzeit einmal in der Lebenshilfe, einmal im inklusiven Training beim VfL – auf drei Einheiten wöchentlich erhöht. Zudem sucht Trainer Jürgen Teutsch Unterstützer, die bei der professionellen Die Premiere findet im Oktober in der Sportstadt Köln statt, die als Gastgeber mit einem ganz besonderen Sport-Event ihrem Ruf als „Hauptstadt der Inklusion“ alle Ehre machen wird. Ganz klar, dass sich die beiden erfolgreichen Sportler schon riesig auf diese Herausforderung freuen und gerne mit einer Medaille heimkehren möchten. Erfolge bei Special Olympics machen Lust auf mehr Wie toll es ist, bei einem großen internationalen Turnier auf dem Siegertreppchen zu stehen, konnten beide schon bei den Special Olympics genießen. Dies ist die weltweit Größte, vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung: Beide Kreuznacher erkämpften dabei die Silbermedaille, Torsten Richter 2007 in Shanghai, Krzyszstof Bawaj 2015 in Los Angeles. Bei der DM mit 160 Teilnehmern zeigten die Kreuznacher tolle Leistungen. Torsten Richter (+100 Kilo) gewann in seiner sehr stark besetzten Gewichtsklasse, einmal durch Aufgabe, einmal durch Haltegriff und zweimal mit Hüftfeger als seiner Spezialtechnik. Einmal gelang ihm dabei ein Ippon, das andere Mal kämpfte er durch, was in dieser Gewichtsklasse eine enorme konditionelle Leitung erfordert. „Es war bereits sein zehnter DM-Titel“, war Trainer Jürgen Teutsch mächtig stolz auf seinen Schützling, der bei seinen Meisterschaften nie etwas geschenkt bekam, sondern sich immer gegen kräftige Gegner richtig ins Zeug legen musste. Richtig spannend machte es Krzyszstof Bawaj, der wegen zwei Kilo zuviel nicht in der 60 Kilo-Klasse antreten konnte, in der er im Vorjahr Deutscher Meister wurde. In der ungewohnten 66-Kilo-Klasse verpasste er letztlich wegen 42 Sekunden den Titel. In seiner Dreiergruppe hatte jeder Sportler einmal gewonnen und einmal verloren, und auch in der Neuansetzung der Runde gab es das gleiche Ergebnis. So zählte die Kampfzeit, bei der Bawaj für seinen Sieg 52 Sekunden gebraucht hatte. Der Schnellste hatte allerdings mit elf Sekunden kurzen Prozess gemacht und sich Gold geschnappt. Sein DM-Debüt feierte Dennis-Kim Lam, der in der 90-Kilo-Klasse einen Kampf mit Haltegriff gewann und dann zweimal mit Hüftwurf und Schulterwurf unterlag. Der fünfte Platz bei der Premiere zeigt allerdings das Potential. Vorbereitung auf die WM ein wenig unter die Arme greifen könnten. So würde man gerne Veranstaltungen besuchen, wie die Special Olympics in Trier. Außerdem steht ein Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Hennef an, und die WM selbst ist natürlich auch mit Kosten verbunden.
• G-JUDO BEIM VFL Beim VfL Bad Kreuznach gibt es G-Judo nicht nur im Training. Auch das Weckmannturnier soll künftig als Turnier für Sportler mit und ohne Behinderungen stattfinden. Der Begriff G-Judo stammt aus dem Niederländischen und heißt frei übersetzt: „Judo mit Handicap“. Wer helfen möchte, kann sich bei der VfL-Geschäftsstelle melden unter: 0671-32278.
erstellt: Jürgen Sabel, 25.05.2017
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